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Klaus Schönberger

“Immer-noch-Sturm”-Trupps?

Eine Positionsbestimmung angesichts der geschichtspolitischen Angriffe auf das Erinnerungsjahr 2025 in Kärnten/Koroška.

Der Beitrag analysiert die geschichtspolitischen Auseinandersetzungen um das „Erinnerungsjahr 2025 – Leto spominjanja“ in Kärnten/Koroška. Im Zentrum steht die These, dass aktuelle Angriffe auf eine kritischere Erinnerungskultur an den antifaschistischen Widerstand auf einer fortwirkenden deutsch-kärntner Ideologie der Täter-Opfer-Umkehr beruhen. Anhand von vier Fallbeispielen – einem geschichtsrevisionistischen Beitrag in der Carinthia I, den Angriffen auf die Sonderausstellung Hinschaun! Poglejmo. im kärnten.museum, der Kampagne gegen das Kunstwerk “von Partisanen” sowie der rechtswidrigen Polizeirazzia gegen ein antifaschistisches Bildungscamp am Peršmanhof – zeigt der Beitrag, wie historische Partisan:innen und heutiges antifaschistisches Engagement über das Feindbild „Antifa“ diskursiv miteinander verknüpft werden. Diese Amalgamierung dient der Relativierung von NS-Verbrechen, der Delegitimierung antifaschistischen Widerstands und der Kriminalisierung kritischer Bildungsarbeit. Der Beitrag argumentiert, dass diese Interventionen (auch ohne zentralen Masterplan) ein erinnerungspolitisches Tableau bilden, das revisionistische Deutungen erneut gesellschaftlich anschlussfähig macht und zentrale Grundlagen demokratischer Erinnerungskultur unterminiert.


Klaus Schönberger: “Immer-noch-Sturm”-Trupps? Eine Positionsbestimmung angesichts der geschichtspolitischen Angriffe auf das Erinnerungsjahr 2025 in Kärnten/Koroška. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, LXXIX/128, 2025, Heft 2, S. 35-56.